Produzenten wollen auf den CGI-Realismus von KDL in ihrem Arielle Realfilm verzichten

  • Hallo zusammen, wie ich heute über screenrant.com erfahren habe, befinden sich die Entwürfe für den zukünftigen Realfilm "Arielle, die Meerjungfrau" im vollem Gange. Dabei haben die verantwortlichen Produzenten von diesem Film jetzt bekanntgegeben, dass sie auf den zu perfekten CGI-Realismus vom König der Löwen Realfilm verzichten wollen. Einerseits sprachen sie ein großes Lob für die technische Leistung von dem KDL Regisseur Jon Favreau, brachten aber deutlich als Kritik hervor, dass der Hyperrealismus der Tiere des Films aus der Perspektive des Geschichtenerzählers nicht gut bei den Fans ankam. Mit anderen Worten ausgedrückt, die Ausdrucksweise der Tiere sei im KDL Spielfilm fast gar nicht vorhanden. Deswegen wollen die Produzenten von Arielle jetzt alle Unterwassertiere mit mehr Ausdrucksweise entwerfen, damit die tragische Liebesgeschichte mit Arielle und ihren Meeresmitbewohnern emotionaler und tiefgründiger zum Ausdruck kommt.


    Das finde ich recht interessant, wie sehr die bekannten und kritischen Punkten vom KDL Realfilm schon fast als erwiesenes Versagen rübergebracht werden. Es stimmt zwar meiner Meinung nach, dass die Charaktere von diesem KDL fast zu perfekt wirken und im Vergleich zum Zeichentrickfilm ihre Gefühle weniger stark zum Ausdruck bringen. Jedoch darf man dabei auch nicht vergessen, dass auch die Fantasie noch eine entscheidende Rolle bei diesem Film spielt. Bei der augsburger Puppenkiste sind alle Figuren aus unterschiedliche Puppen, die immer den selben Blick von sich geben, ohne emotionale Tiefe. Trotzdem schaffen die Sprecher dieser Puppen es ihnen Leben einzuhauchen und die Kinder stellen sich dabei in ihrer Fantasie vor, wie diese Puppe lacht oder weint. Ähnlich wie bei den Wolken Malereien. Ein weiteres Beispiel wären die Profilbilder der Pridelandmitglieder. Obwohl sie auch immer als Standbild unverändert sind, sehen sie für mich, je nach dem welchen Inhalt sie schreiben, manchmal fröhlicher aus und ein anderes Mal deutlich trauriger. Hier spielt durch den gelesenen Text auch die Fantasie im Kopf wieder eine entscheidende Rolle.

    Im Grunde genommen könnte man also meinen, je besser die Synchronsprecher die Gefühle der KDL Charaktere ausdrücken, desto stärker können wir die Gefühle der realanimierten Tiere wahrnehmen.

    Von eine Sache bin ich jedoch überzeugt. Arielle wird bei der Realgeschichte bestimmt auch von einer echten Schauspielerin gespielt. Da sie wahrscheinlich sehr viel mit den Wassertieren agieren muss, bleibt den Produzenten garnichts anderes übrig, als die Tiere so von den Emotionen zu animieren wie Arielle auf sie zugeht und das unabhängig vom CGI.

    Zumindest hatte ich so den Eindruck beim Dschungelbuchfilm, weil ja dort auch ein Menschenjunge mit den Tieren eine emotionale Ausdrucksweise aufgebaut hat, wo sie "passend" reagieren mussten, beziehungsweise animiert auf die Gefühle eingehen konnten.

    Ansonsten bin ich gespannt, wie der Arielle Film auf die Fans wirkt, wenn er mal fertig ist:)

  • Trotzdem schaffen die Sprecher dieser Puppen es ihnen Leben einzuhauchen und die Kinder stellen sich dabei in ihrer Fantasie vor, wie diese Puppe lacht oder weint.

    [...]

    Im Grunde genommen könnte man also meinen, je besser die Synchronsprecher die Gefühle der KDL Charaktere ausdrücken, desto stärker können wir die Gefühle der realanimierten Tiere wahrnehmen.

    Nicht nur die Synchronsprecher müssen was drauf haben, die Tiere müssen auch Körpersprache zeigen können. Leider ging bei TLK2019 in beiden Dingen was schief. Während in der deutschen Fassung die Kinderstimmen von Simba und Nala nicht gut sind, nervt im Englischen das Gekeuche von Beyoncé als erwachsene Nala. Und ich habe, glaube ich, schon damals in meiner Review erwähnt, dass ein richtiger Kenner der Katzenkörpersprache wohl am "Set" gefehlt hat.


    Aber wenn man schon zugibt, dass der Hyperrealismus ein Fehler war, frage ich mich, ob man in der Fortsetzung des KDL Realfilms trotzdem noch drauf setzt.


    Arielle wird in der Neuverfilmung übrigens von Halle Bailey gespielt. ;)

  • Danke für die Informationen! Das hatte ich noch nicht mitbekommen. Ich bin gespannt, was daraus wird. Zum Arielle-Original habe ich ja ein gemischtes Verhältnis (vor allem zur schlimmen Neusynchronisation...), daher bin ich prinzipiell offen für alles. Schön, wenn aus TLK und dem Hyperrealismus Schlüsse gezogen worden sind. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, hatte TLK 2019 tatsächlich seine Daseinsberechtigung :lionwink

    Spannend wird es, ob sie sich an den Originalfilm halten, oder eigene Wege gehen. Man hat ja bisher immer beides gehabt, z. B. bei Dschungelbuch eine "neue" Geschichte (näher am Buch) mit bekannten Elementen und bei die Schöne und das Biest war es gerade anders: Da war es eine bekannte Geschichte mit einigen neuen Elementen.
    Schauen wir mal, was daraus wird. Ansehen werde ich ihn mir sicherlich, aber zunächst müssen wir unseren Nachwuchs noch mit dem Original "füttern" :lionbiggrin *zu Shungi schiel*

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