.: Kaltes Feuer :.

  • Hallo zusammen.


    Nachdem ich mir letztens, nach sehr langer Zeit, wieder gelöschte Szenen aus dem 1994 Original angeschaut habe, dachte ich mir, warum nicht eine kleine Geschichte schreiben. Da ich generell viel Horror und düsteres schreibe, wird diese Geschichte ebenfalls so sein. Es werden nur sehr wenige freudige, liebliche Szenen stattfinden. Aber vielleicht hat das ja trotzdem irgendwie was interessantes.


    Viel Spaß!



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    Seine schwarze Mähne wehte noch etwas kräftiger im Wind, als er aus der Höhle trat. Nur wenige Regentropfen prasselten auf sein dunkles Fell. Er musterte den stark bewölkten Himmel für einen Moment, der Mond nur sehr vage zu sehen. Er blickte kurz zurück in die Höhle, in welcher alle Löwinnen an Schlaf und neuen Kräften gewannen. 'Wichtig für die Jagt' , dachte er. Seine grünen Augen leuchteten in die düstere Nacht hinein und wanderten zur Spitze des Pride Rocks. Langsam schritt er den Felsen empor, blickte auf die restlichen Überreste der letzten Jagt, welche die Hyänen wild zerfleischt hatten. Den widerlichen Geruch ignorierte er gekonnt, er war schlimmeres gewohnt. An der Spitze angekommen beäugte er sein Reich, welches langsam zu vermodern begann. Er beobachtete die kleinen Tropfen, wie sie den Felsen immer mehr mit dunklen Flecken sprenkelten. Er hoffte, dass es mehr werden würde, denn die Flüsse trockneten langsam aus und ein paar Herden haben dieses Land bereits verlassen. Weniger Tiere, weniger Nahrung. Das war hier jedem bewusst.

    Seufzend lies sich der König fallen und blinzelte langsam in die dunkle Leere. Seine Ohren zuckten ein wenig, als er die verschiedensten Geräusche der nachtaktiven Tiere wahrnahm. Die meisten davon waren Vögel. Zur Zeit verbrachte Scar oft die Nächte draußen. Und nicht in der Höhle mit den anderen Löwinnen. Ein erneuter, frischer Windzug umschmeichelte sein Fell und er rollte sich etwas ein, wippte mit dem Schwanz nachdenklich auf und ab. Wenn es so weiter gehen würde, dann werden schwere Zeiten auf sie alle zu kommen. Er erinnerte sich an eine Geschichte, welche sein Vater und seine Mutter, Ahadi und Uru, ihm und Mufasa des Öfteren erzählt hatten. Eine Dürre war hier im Geweihten Land eingetreten und König Mohatu hatte sich auf den Weg nach Wasser gemacht, nachdem vieles außer Kontrolle gegangen war. Ein selbstsüchtiger Löwe hatte das wenige Wasser des großen Wasserlochs für sich beansprucht und jeden anderen verjagt, der auch nur einen Schluck aus diesem nehmen wollte. Zugunsten seiner Familie, hatte alles ein gutes Ende genommen. Doch Scar hoffte, dass es dieses mal gar nicht so weit kommen würde. 'Das darf einfach nicht geschehen' , dachte er besorgt.

    In diesem Gedanken versunken stand er wieder auf und entschloss, eine kleine Runde durch sein Reich zu machen. Das Grass unter seinen Pfoten fühlte sich bereits trockener an, als es noch vor wenigen Tagen war. Auch hatte es an Farbe verloren. Er meinte, dass alles um ihn herum von Tag zu Tag verblasste. Es wurde grauer, lebloser. Schnell war es geschehen, nachdem er die Herrschaft an sich gerissen hatte. Das Land spiegelte seine Seele wieder, den Hass und den Zorn trug er noch immer in sich. Es war fast, wie ein Zeichen. Kaum war der so geliebte König Mufasa und Prinz Simba von der Bildfläche verschwunden, veränderte sich das Land. Scar erinnerte sich an die Erzählungen, dass die großen Könige der Vergangenheit, stets über einen wachten und als leuchtende Sterne zu sehen seien. Er blickte in den Himmel, welcher noch immer mit dunklen Wolken übersät war. Er fühlte schon fast so etwas wie... Erleichterung. Doch er schüttelte den Kopf, warf den Gedanken beiseite. Er wusste nicht, ob er seinem Nachwuchs diese Geschichte erzählen würde. Vielleicht auch andere Weisheiten nicht. Das würde er irgendwann noch entscheiden, einen Nachkommen hatte er sowieso noch nicht. Also würde er sich jetzt darüber nicht den Kopf zerbrechen. Andere Dinge waren in dieser Zeit deutlich wichtiger. Manche seiner Löwinnen akzeptierten ihn noch nicht, andere hingegen nahmen die Situation so, wie sie nun war. Ein weiterer kräftiger Windzug wehte durch seine Mähne, er kniff die Augen zusammen und knurrte. Seine Krallen drückten sich in die Erde. Sein Kopf senkte sich etwas, er öffnete einen Spalt weit die Augen, hörte knackende Äste, welche einige Meter von ihm entfernt zerbrachen und über die Steppe flogen. Ein paar Hyänen liefen heulend umher, Richtung Königsfelsen. Wohl, um in der unteren Höhle, dort, wo er sich häufig rumgetrieben hatte, als Mufasa noch regierte, Unterschlupf zu finden. Scar überlegte. Es wäre wohl besser, ebenso um zu kehren. Der Wind wurde stärker, doch der Regen hatte mittlerweile aufgehört. Kein gutes Zeichen. Knurrend drehte er sich um und machte sich auf den Rückweg. Gerne hätte er jetzt den Unterschlupf der Hyänen eingenommen, um etwas Ruhe zu haben. Zeit alleine und Gedanken ordnen. Doch er wollte jetzt keinen Streit anfangen, laut werden und die anderen somit aufwecken. Er hoffte, dass die Löwinnen alle schliefen... und ihn in Ruhe ließen. Schnell sprang er die Felsen empor, um schneller im Geschützen zu landen. Kurz trafen seine Augen auf die kleine Nala, welche seelenruhig und dicht angekuschelt an ihrer Mutter, Sarafina, schlief. Sarabi neben ihr. Scar hatte nur sie am Leben gelassen, die anderen Jungen, (Chumvi, Kula, Malka, Tama und Tojo) hatte er kurz nach Anbruch seiner Herrschaft getötet. Lange klebte das Blut an seinen Pranken, alle sollten davon wissen und die Warnung verstehen. Die Mütter der Jungen hatten das Rudel darauf verlassen, um sich ein neues zu Hause zu suchen. Dem König war es recht.

    Er legte sich ans Ende der Höhle, hielt jedoch noch die Augen geöffnet. Er hörte das Rauschen des Windes, welches mehr und mehr zu einem Geheule wurde. Es würde sicher nicht lange dauern und ein paar Löwinnen erwachen. Hoffentlich nicht Nala. Sie war ängstlicher geworden, seit dem Scar den Thron mit Mord an sich gerissen hatte. Wahrscheinlich war es generell Angst und Sorge, was die Zukunft wohl bringen würde. Erst vor wenigen Tagen hatte es ebenfalls gestürmt, jedoch tagsüber und Nala hatte die Höhle nicht einmal verlassen. Blieb an der Seite von Sarabi, während andere Löwinnen in einem kleinen Grüppchen auf der Jagt waren. Scar würde es niemals laut aussprechen, doch er fragte sich dann und wann, wie Sarabi sich wohl fühlte. Das sie gebrochen war, war keinesfalls zu übersehen, doch Mufasas Tod, den Tod ihres Geliebten, interessierte ihn auch nicht. Es war Simba. Wie fühlte es sich an, sein eigenes Kind zu verlieren? Er würde es wohl niemals wissen. Doch sollte er bald Nachwuchs haben, wer würde es schon schaffen, diesen zu beseitigen. Sein Rudel würden es niemals wagen, ein Junges zu ermorden. Dafür hatten alle hier ein viel zu großes Herz, würden nicht eine Sekunde daran denken. Weil es für sie auch keine Option wäre.

    Scar gähnte, die Müdigkeit übermannte ihn, wie der Wind es beinahe zuvor getan hatte. Langsam schloss er seine grünen Augen und fiel in einen erholsamen Schlaf.



    _____


    Das erste Kapitel ist etwas kürzer und dient auch eher als Einleitung. Ich entschuldige mich für Rechtschreibfehler und hoffe, dass dieses und die folgenden Kapitel gut zu lesen sein werden. Ich überlege, Nala oder Sarafina, Scars Königin werden zu lassen. Im Musikal, so wie in einer gelöschten Szene, welche auf YT zu finden ist, wollte Scar Nala als Königin an seiner Seite. Andere Fans mögen aber wohl auch ihn und ihre Mutter als Pairing. Das werde ich mir noch überlegen, vielleicht könnt ihr mir auch dabei helfen, wer euch denn lieber wäre. Und jetzt bitte keine Kommentare wie „Scar ist doch viel älter wie Nala!“ oder ähnliches. In der Natur, im wahren Leben, spielt das Alter bei Tieren keine großen Rolle. Da kommen heftigere Sachen vor. Zira wird aber auch noch ihren Platz in dieser Geschichte finden.



    Liebe Grüße und bleibt gesund.

    -FIRE

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