Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange / Die Tribute von Panem Bd.4

  • Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange / Die Tribute von Panem Bd.4

    57670356z.jpg



    Klappentext:

    Ehrgeiz treibt ihn an.

    Rivalität beflügelt ihn.

    Aber Macht hat ihren Preis.

    Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden.

    Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen: Lucy Gray, das Mädchen im Regenbogenkleid, das zwar singen kann, aber für den Kampf ungeeignet zu sein scheint. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg seines zukünftigen Lebens entscheiden und Lucys Leben vorzeitig beenden. Es beginnt ein brutaler Kampf in der Arena, bei dem Coriolanus schnell feststellt, dass sein Schicksal untrennbar mit Lucy Grays verbunden ist.




    --------


    Ich bin gerade an dem Buch und habe es jetzt ungefähr bis zur Hälfte durch. Hat es sich auch jemand von euch zugelegt? Ich finde es ganz spannend, mal etwas mehr Hintergründe über Panem und die Geschichte des Landes zu erfahren. Außerdem ist die Frage natürlich spannend, wie sich die Hungerspiele entwickelt haben. Bisher gefällt mir das Buch ganz gut, auch wenn ich noch immer nicht glauben kann, dass da noch groß Charakterentwicklung geschieht, aber warten wir es ab. Beim gestrigen Schauen des 1. Teils (The Hunger Games) habe ich jedenfalls schon einige "AHA!-Erlebnisse" gehabt.

  • Hätte es ohne dich nicht mitbekommen, dass da noch was erschienen ist. Habe es nun erstmal bestellt und freu mich schon drauf - auch wenn ich mir nicht hundertprozentig vorstellen kann, ein ganzes Buch mit Snow als Protagonisten durchzuhalten. ;)

    Avatar von Andersiano

  • Ja, ich gebe zu dass der gewisse "Starwars"-Effekt mit Episode 1-3 da im Buch droht. Aber ich fand es interessant, etwas mehr in die Geschichte und das Leben im Kapitol vor Snows Herrschaft einzutauchen und eben auch zu sehen, wie sich die Spiele so entwickelt haben. Ich habe mir ja, wie gesagt, den ersten Film nochmals angesehen und viele Dinge aus einem neuen Blickwinkel wahrgenommen. Manchmal kam es mir so vor, dass die Autorin selbst den Film gesehen hat und sich dann fragte "Wie kam es dazu?" und das dann ins Buch eingebaut hat. Es ist nicht so berauschend wie die erste Triologie, aber durchaus... nein unterhaltsam kann ich nicht sagen. Sagen wir: Interessante Lektüre. Und in einigen Sachen leider auch sehr grausam, aber das ist eben die tragisch-dystopische Welt der Romane.


    Ich fand es übrigens gut, dass es nur ein Buch geworden ist. Man hätte daraus durchaus wieder eine Triologie machen können und ich war nach der Hälfte des Buchs überrascht, dass eben noch nicht Schluss ist. Aber ich fand die Entscheidung rückblickend betrachtet angemessen.


    PS: Ich freue mich schon drauf, das Ende mit dir zu disktuieren. Mich hat es erstmal ziemlich ratlos gelassen, weil es einfach sehr plötzlich kam.

  • Ich bin jetzt beim Lesen (englische Ausgabe) auch im 2. Abschnitt angekommen, und allmählich gerät der Stein ins Rollen.

    Danke für den Lesetipp, Kirauni, und ich schwafel mich dann mal aus.


    Erstmal muß ich Suzanne Collins einen hervorragenden Schreibstil bescheinigen. Vor diesem hatte ich einige etwas maue Bücher auf der Liste, und der Einstieg in dieses Werk war trotz der düsteren Thematik ein bißchen wie eine warme Badewanne. The Hunger Games bekommt so viel Lästereien ab als Prototyp der Young-Adult-Dystopie, aber meiner Meinung nach meistens unverdient. (Das sage ich als jemand, die sich durch 3 Bände Maze Runner und alle Divergent Filme gequält hat.)


    Der erste Eindruck von der Welt war "oh, jetzt sind wir endgültig im alten Rom", was mich freute, denn auf dem Gebiet bin ich tatsächlich halbwegs bewandert und finde mich zurecht. Der zweite Eindruck hat das gleich wieder relativiert, denn die Welt des Capitols ist dann doch etwas sehr Eigenständiges. Da man aber weiß, wohin es mit Snow einmal geht und ich römische Verhältnisse erwartet habe, hatte ich auch eine sehr enge und nicht gerade gute Erwartungshaltung an den Charakter. Dieser hielt sich dann aber auch nicht an die bekannten Formeln. Es wäre ebenfalls sehr einfach gewesen, einen neuen kleinen Tom Riddle / Voldemort zu schreiben, der schon als Kind jeden einzelnen Punkt auf der Psychopathiecheckliste mitnimmt. Stattdessen ist die Figur bislang erstaunlich normal. Es fallen immer wieder kleine Stolpersteine auf, wenn ein "guter" Protagonist mehr an andere Leute gedacht hätte, stärkere Gefühle von Reue oder Mitleid haben müßte, aber es ist sehr subtil aufgebaut. Zusammen mit dem, was man über seine Jugend zu Kriegszeiten erfährt, ergibt sich ein stimmiges Bild. Es ist hier, aber auch in anderen Aspekten der Geschichte, eine sehr gute Umsetzung des "Show, don't tell!" Prinzips. Was für Coriolanus Fast-Normalheit gilt, gilt auch für die damalige Capitol-Gesellschaft an sich. Nachdem z.B. die erste Mentorin umkommt und Snow zwar eine Reaktion hat, aber diese wieder ihre kleinen Merkwürdigkeiten aufweist, war ich neugierig, wie seine Altersgenossen mit der Tragödie umgehen würden. Wäre die ganze Gesellschaft dem Tod gegenüber desensibilisiert, würde irgendjemand mit Häme reagieren? Stattdessen war es an der Akademie eine Trauerszene, die sich heutzutage hätte abspielen können. All diese Sachen machen das Lesen für mich bislang ungemein spannend, denn alles hält auch genauerem Hinsehen stand und man fühlt sich belohnt. Es wird genügend erklärt, aber die Welt entfaltet sich auch in den Zwischentönen harmonisch.


    Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht und hoffe, dass Suzanne Collins wieder einmal die Gelegenheit ergreift, um ihre jungen Leser zum Nachdenken zu bringen. Anklänge gab es ja bereits, als Gaul die Schüler über die "Vorzüge" eines permanenten Kriegszustands nachdenken läßt. IRL haben wir spätestens seit 2001 auch Zustände, deren Endziel von Kritikern als "forever war" bezeichnet wird, und es gibt bereits eine ganze Generation, die die Welt nie anders kennengelernt hat.

    Dass wir diesmal einen Protagonisten aus dem Capitol haben, ist auch ein schöner Ansatz. In den vorigen Hunger Games Büchern hat man durch die Augen der versklavten Bewohner der Distrikte gesehen, die sich gegen einen Feind wehren mußten, der kein Stück weit nachgegeben hat. Dabei dürfte die typische Leserschaft eher aus der Wohlstandsgesellschaft sein. Dass es aus Sicht des Capitols aber einmal eine andere Möglichkeit gegeben hätte, als "Wir gegen die anderen" zu propagieren, das verdient durchaus nochmal eine Sonderbehandlung.

    Natürlich wird jetzt alles schief gehen und noch viel furchtbarer werden... aber ich finde es bislang unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

    Avatar von Andersiano

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!